Meenzer Dynamites 22.01.2018 — 07:08 Uhr

Dynamites „am Ende clever und abgezockt genug um die Punkte hierzubehalten“

In einer hochklassigen und interessanten Zweitliga-Begegnung zweier Teams auf Augenhöhe kamen die über zweihundert Zuschauer bis zum Schluss voll auf ihre Kosten. Romana Gerisch, mit neun Treffern auch erfolgreichste Werferin der Meenzer Dynamites, erzielte fünf Sekunden vor Abpfiff den entscheidenden Treffer zum 33:32 Sieg. Mit diesem Erfolg zum Abschluss der Hinrunde ziehen die Meenzer Dynamites wieder am TV Beyeröhde vorbei auf den 4. Platz.

Romana Gerisch hatte "keine Lust zu verlieren" und verwandelt abgezockt den letzten Wurf zur Entscheidung (Bild Axel Kretschmer - Handball-Zeitung.de)

Für die „perfekte Inszenierung“ dieses Happy End aus Mainzer Sicht hatte „Regisseur“ Thomas Zeitz noch eine Auszeit zur Verfügung. Diese nahm er 31 Sekunden vor dem Ende beim 32:32 und machte eine klare Ansage: „Elisa sollte sich erst einmal festlaufen und dann der Freiwurf auf Rechtsaußen abgelegt werden“. Dabei setzte er auf die Abgezocktheit von Romana Gerisch, die damit die ganze Verantwortung über Sieg oder Unentschieden hatte. Und genau so zog es sein Team dann auch durch.

Elisa Burkholder nahm nach entsprechendem Aufbau des finalen Angriffs Anlauf und wurde festgemacht. Der folgende Freiwurf wurde von Andrea Bonk trotz Körperkontakt mit der Gästeabwehr passend auf Romana Gerisch abgelegt, und diese vollendete ohne große Schnörkel konzentriert zum 33:32.

„Wir waren am Ende clever und abgezockt genug um die Punkte hierzubehalten“, begründete die nach dem Spiel ausgezeichnete Andrea Bonk den Erfolg ihres Teams in der wie erwartet engen Partie der freundschaftlich verbundenen Tabellennachbarinnen.

Gäste-Coach Martin Schwarzwald konnte dennoch stolz sein auf seine Mannschaft, vor allem weil sich diese nach den mehrmaligen Fünf-Tore-Rückständen der ersten Halbzeit wieder herangekämpft hat, und sogar mehrmals in Führung ging. „Das haben wir uns durch unsere offensive, aggressive Deckung erarbeitet, die uns am Ende dann aber auch sterben lässt“ erkannte er ohne Umschweife die größeren Kraftreserven beim Mainzer Team an. „So ist der Sieg vielleicht glücklich für Mainz, aber nicht unverdient.“

Körner ließ die offensive 3:2:1 Gästeabwehr vor allem, weil es eben schwer war, sowohl Janka Bauer am Kreis, als auch Romana Gerisch auf Rechtsaußen abzuschirmen. Druckvoll auch der Auftritt von Elisa Burkholder (fünf Tore), die auf Seiten der Beyeröhderinnnen einige alte Bekannte aus gemeinsamen Zeiten in Leverkusen traf. Und als die Dynamites sich in einer kleinen Schwächephase wieder selbst in schwierige Situationen brachten, war es Andrea Bonk, die kühlen Kopf bewahrte und mit ihren sechs Treffern ihr Team im Spiel hielt.

Das wurde erstmals notwendig, als der zur Halbzeit erspielte drei Tore-Vorsprung in der zweiten Hälfte nach drei Minuten weg war, und die Gäste nicht nur ausglichen, sondern beim 19:20 sogar in Führung gingen. Jetzt lief die Partie Spitz auf Knopf und beim erneuten Vorteil für Beyeröhde in der 53. Minute war es wieder Andrea Bonk, die sich noch zweimal da „wo es weh tut“ durchsetzte und so das Spiel bis zur 55. Minuten mit 29:28 wieder in Richtung ihres Teams drehte.

Die Spannung nahm jetzt ihren Höhepunkt und das umkämpfte Unentschieden hielt bis zur letzten Auszeit und dem bekannten glücklichen, aber nicht unverdienten Ende für die Meenzer Dynamites.

FSG-Coach Thomas Zeitz war glücklich und stolz über das "Happy End mit Ansage": „Das ist eine Art von Qualität, wie ich sie sehen will.“ Dass beide Mannschaften auch ordentlich Werbung für ihren Sport gemacht haben, sorgte ebenfalls für Zufriedenheit bei ihm: „Für solche Spiele kommt ihr in die Halle“.

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bereits beim Rückrundenauftakt am kommenden Samstag um 19:00 Uhr gegen den HCD Gröbenzell in der GSW-Halle.