Nachwuchs 29.09.2017 — 19:27 Uhr

„Wir werden alles einsetzen, um beide Spiele zu gewinnen“

Interview mit Trainer Jörg Schulze zum Heimspielwochenende der Jugendbundesliga WJA

 

„Wir werden alles einsetzen, um beide Spiele zu gewinnen“ (Bildquelle Gunar Fritzsche)

Nach dem missglückten Einstieg in die Jugend-Bundesliga mit der 19:25 Niederlage gegen den SV Allensbach ist der Druck für das ohnehin schon mit hohen Erwartungen gestartete Team von Trainer Jörg Schulze und Sabine Teuscher noch mehr gestiegen. Keine Frage, in den beiden Spielen in der Waldsporthalle am Samstag um 16:30 Uhr gegen den SV Allensbach und am Sonntag um 16:00 Uhr gegen die JSG Neckar-Kocher kann es nur um zwei Siege für das FSG Team gehen.

In der Vorschau auf das Wochenende sprachen wir mit Trainer Jörg Schulze, der in Allensbach nur passiv mitleiden konnte, war er doch aufgrund der Folgen eines Unfalls zum Zuschauen verdammt. Jetzt kehrt er auf die Bank zurück.

Jörg, was ist es für ein Gefühl, wieder auf der Bank aktiv dabei zu sein - quasi als Ende eines „doppelten Leidensweges?“

„Ein sehr gutes Gefühl, auf jeden Fall, denn von dort ist die beste Unterstützung des Teams möglich. Als ich vor rund zehn Wochen diesen schweren Unfall hatte, war es nicht klar, dass ich so schnell wieder an Bord sein würde. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die das WJA-Bundesligateam als auch das Damen-Oberliga-Team in dieser Zeit so großartig unterstützt haben, allen voran Sabine Teuscher, Ludwina Otto und Thomas Zeitz.“

Der Druck für das Wochenende ist ohne Zweifel groß - das erste Wochenende in Allensbach hat schmerzhaft vor Augen geführt, dass es für Euch „KEIN Spaziergang ins Viertelfinale“ wird. Was sind die Gründe aus Deiner Sicht?

„Zunächst haben auf dem Spielfeld sowohl unsere Abschlussschwäche vor dem gegnerischen Tor als auch unsere technische Fehlerquote zur Niederlage in Allensbach geführt. Die ungewohnt lange Anfahrt dürfte auch dazu beigetragen haben, dass wir nicht mit der nötigen Frische aufgetreten sind. In der Videoanalyse haben das die Mädels selbst erkannt.“

Aufgrund der Tatsache, dass das Team und die herausragenden Akteurinnen sich gegenüber der vergangenen Jugend-Bundesliga-Saison eigentlich eher noch weiterentwickelt haben, stellt sich nach der Erfahrung in Allensbach auch die Frage nach den beiden Seiten der Medaille, überragende Talente im Team zu haben? Ist es eher Segen oder birgt es auch ein kleines bisschen Fluch? Wie siehst Du das?

„Erstmal ist es natürlich ein großer Segen, wenn talentierte und leistungsbereite Mädchen an sich arbeiten wollen und ihre Leistungsgrenzen immer weiter nach oben verschieben, wie z.B. Alice und Pau. Die beiden sind durch ihre tolle Entwicklung bis in die Juniorinnen- bzw. Jugend-Nationalmannschaft gekommen. Im Sommer konnten sie mit diesen Teams sehr große Erfolge feiern. Alle im Verein haben sich darüber mit den Beiden riesig gefreut. Bei ihnen zeigt sich jedoch auch die Kehrseite der Medaille, denn zum einen kommt es nach solchen Erfolgen erst einmal zu einem kurzen Durchatmen, zum anderen haben die beiden nach ihrer Rückkehr schnell das Aufholen der Ihnen bis dahin entgangenen Vorbereitungsmaßnahmen unseres Bundesliga-Teams im Sinn gehabt. Dann kommt der Beginn der WJA-Bundesliga-Saison hinzu und es entsteht ein Gesamtpaket mit sehr hohen Anforderungen, verbunden mit einer erhöhten Erwartungshaltung.“

 

Toptalente Alicia Soffel und Paulina Golla - (Bilder Gunar Fritzsche)

„Dies gilt auch für das gesamte WJA-Bundesligateam, denn in dieser Saison wird nach dem letztjährigen Erreichen des Viertelfinales automatisch eine Wiederholung oder sogar der nächste Schritt erwartet. Die neugierige Vorspannung der letzten Saison, die viele Kräfte freigesetzt hatte, ist in dieser Saison wahrscheinlich nicht mehr genauso hoch angesiedelt gewesen.“

Was nehmt Ihr Euch selbst jetzt vor für das Wochenende?

„Wir werden alles einsetzen, um beide Spiele zu gewinnen, und das so deutlich wie möglich.“