Meenzer Dynamites 25.09.2017 — 06:18 Uhr

Dämpfer zur richtigen Zeit

Erste Saisonniederlage der Dynamites

Gegen die TG Nürtingen kassieren die Meenzer Dynamites mit 25:26 die erste Saisonniederlage und gaben die Tabellenführung an das spielfreie Team aus Rosengarten ab. Mit zu vielen Fehler und falschen Entscheidungen ließen das Team von Trainer Thomas Zeitz die Gäste um die erneut überragende Verena Breidert (10 Tore) phasenweise klar davonziehen, und zeigten erst im Schlussdrittel kämpferische Qualitäten.

Auch gegen die TG wäre allerdings mehr drin gewesen. Doch die Dynamites verließen viel zu oft die spielerische Linie. „Das war ein verdienter Sieg für den Gegner“, bekannte Trainer Thomas Zeitz ohne Umschweife und nahm sich selbst in der Kritik nicht aus. „Ich ärgere mich auch über mich selbst. Ich hätte früher die siebte Feldspielerin und vielleicht eher Carina Koepcke bringen müssen“, so Zeitz in der Analyse nach dem Spiel.

Nach 38 Minuten hatten die Gäste aus Nürtingen mit der 20:14 Führung die Partie fest in der Hand und sollten diesen deutlichen Vorsprung auch bis Mitte der 2. Halbzeit halten. Nach der hier folgenden Nürtinger Auszeit brachte Zeitz Carina Koepcke, die sich auch direkt in die Torschützenliste eintrug und frischen Wind in ihr Team brachte.

Etwa zwei Minuten vor dem Ende war dann mit dem 24:25-Anschlusstreffer plötzlich wieder ein Happy End drin. Bei Spielzeit 56:24 hatte Zeitz seine letzte Auszeit genommen und noch einmal umgestellt, im Nachhinein betrachtet wohl zu spät, wie er glaubt. Denn die Variante mit zwei Kreisläuferinnen und Koepcke als Zuspielerin auf der Rückraummitte griff voll. Alexandra Tinti brachte ihr Team mit zwei Treffern vom Kreis eben auf  24:25 heran und zwang Gästetrainer Stefan Eidt zum Teamtimeout.

90 Sekunden vor dem Ende bei 7-Meter für Nürtingen trat wieder Verena Breidert an und verwandelte zum 24:26 erneut sicher. Und auch das war einer der Knackpunkte der Begegnung, denn bei der Chancenverwertung am 7-Meter hatten die Gäste die Nase klar vorn, ließen die Dynamites drei Gelegenheiten liegen.

Janka Bauer setzte den letzten FSG Treffer, denn nachdem die Gäste noch einmal ins Zeitspiel liefen, fand die letzte Mainzer Chance 2 Sekunden vor Schluss nicht mehr den Weg ins Tor. Aufgrund der engen Schlussphase sprach Nürtingens Coach Stefan Eidt am Ende von einem „glücklichen Sieg“.

Glücklich war dieser aber eigentlich nicht, wie Andrea Bonk als Part des Kapitäninnen-Trios gegenüber der Presse zugab: „Wenn du so spielst, wie wir heute, dann verlierst du.“ Aber die Linkshänderin ergänzte: „Ganz ehrlich, vielleicht hat dieser Dämpfer ja sogar etwas Gutes, war ein Zeichen zur rechten Zeit.“ Etwas zu groß war der Hype nach dem starken Saisonstart mit den zwei klaren Siegen gewesen. Das sah auch Trainer Zeitz so und bekannte: „Wir nehmen jetzt eine gehörige Portion Demut mit nach Hause. Wir wissen jetzt, du kannst dich auf nichts ausruhen. Die Niederlage ist natürlich kein Beinbruch, wir müssen uns jetzt einfach nur wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren“.