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  • 3. Spieltag 2. Alsco Bundesliga Frauen - SG 09 Kirchhof vs. 1. FSV Mainz 05 - Spielbericht

News [Handball] 13.09.2026 - 19:00 Uhr

Hitchcock hätte es kaum spannender gemacht: Dynamites behalten ihre weiße Weste

Drittes Ligaspiel, dritter Sieg – aber diesmal mussten die Meenzer Dynamites bis zur allerletzten Sekunde um die zwei Punkte kämpfen. Bei der SG 09 Kirchhof setzte sich das Team von Cheftrainer Jörg Schulze nach einem echten Handballkrimi mit 31:30 (16:18) durch. In einer Partie, in der längst nicht alles rundlief, gaben am Ende Kampfgeist, Nervenstärke und der unbedingte Wille den Ausschlag. Vor 330 Zuschauern in der Rundsporthalle Baunatal verteidigten die 05erinnen damit ihre weiße Weste.

Ein besonderer Gruß an die Fans - Christin Kühlborn nach ihrem Traumtor (Foto: Alibek Käsler)

Nach ausgeglichenem Beginn erarbeiteten sich die Dynamites zunächst leichte Vorteile. Über 6:7 und 8:10 setzte sich Mainz bis auf 9:12 ab. Doch die Löwinnen blieben dran. Vor allem die kraftvollen Schlagwürfe von Katharina Koltschenko sowie zu viel Freiraum für Nora Lundell am Kreis bereiteten der Mainzer Defensive Probleme. Dazu ließen die 05erinnen im Angriff einige gute Möglichkeiten liegen.

So kippte die Partie noch vor der Pause. Aus dem 11:13 wurde ein 18:15 für Kirchhof, ehe Anna Weidle unmittelbar vor der Sirene zum 18:16-Pausenstand verkürzte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Dynamites mit mehr Konsequenz zurück. Christine Burgard und Melanie Grawe brachten Mainz schnell heran, Burgard glich per Siebenmeter zum 19:19 aus und Christin Kühlborn sorgte anschließend für die erneute Führung. Jetzt legten die 05erinnen wieder vor. Beim Stand von 21:23 sorgte Kühlborn zudem für das wohl schönste Tor des Abends: Mit einem sehenswert eingedrehten Trickwurf ließ sie Kirchhofs Torfrau keine Chance und erhöhte auf 21:24.

Überhaupt überzeugte ein Mainzer Trio mit bemerkenswerter Effizienz: Lena Feiniler, Alea Mattig und Christin Kühlborn trafen bei jeweils vier Abschlüssen viermal und kamen damit allesamt auf eine Quote von 100 Prozent. Erfolgreichste Mainzer Werferin war Christine Burgard mit sieben Treffern, darunter zwei sicher verwandelte Siebenmeter. 

Doch wer glaubte, die Dynamites könnten sich nun absetzen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Kirchhof ließ sich nicht abschütteln. Als Mainz beim 25:26 nach einer Zeitstrafe gegen Feiniler in Unterzahl agierte, antwortete Anna Weidle abgeklärt mit dem wichtigen 25:27. Auch Aurora Kryeziu war in den entscheidenden Phasen zur Stelle. Insgesamt verbuchte die Mainzer Torfrau 13 Paraden, darunter einen gehaltenen Siebenmeter. Mit nun 52 Paraden nach drei Spieltagen führt sie zudem die Liga-Statistik an.

Die letzten zehn Minuten wurden dann endgültig zum Krimi. Kirchhof glich zum 27:27 aus, Rugi Bartasevičiūtė brachte Mainz wieder nach vorne, Koltschenko antwortete. Beim 29:28 lagen die Gastgeberinnen sogar noch einmal in Führung. Helena Rhein stellte auf 29:29, Burgard traf vom Siebenmeterstrich zum 29:30 – und Koltschenko glich erneut aus. 30:30. Noch knapp dreieinhalb Minuten.

70 Sekunden vor dem Ende übernahm Alea Mattig Verantwortung und erzielte das 30:31.

Und dann hätte Hitchcock tatsächlich seine Freude gehabt: Zunächst verfehlte Lydia Jakubisova das verwaiste Mainzer Tor. Wenig später klaute Melanie Grawe rund 20 Sekunden vor dem Abpfiff den Ball. Doch selbst das war noch nicht die Entscheidung. Kirchhof bekam tatsächlich noch eine allerletzte Gelegenheit – und Aurora Kryeziu war da. Die Mainzer Torfrau entschärfte den letzten Wurf, dann war Schluss.

31:30. Zwei Punkte. Drei Siege aus drei Ligaspielen. Weiße Weste verteidigt.

Cheftrainer Jörg Schulze stellte nach dem Abpfiff vor allem die Mentalität seiner Mannschaft heraus:

„Wir haben uns heute insgesamt schwergetan, zu einer guten, kompakten Abwehrleistung zu finden. In der 2. Halbzeit ist uns dies dann etwas besser gelungen. Basis für unseren knappen Erfolg war jedoch die unbändige kämpferische Einstellung des Teams.“

Und genau die machte an diesem Abend den Unterschied: Nicht alles gelang den Dynamites – aber sie fanden einen Weg, dieses Spiel zu gewinnen.

Statistik 1. FSV Mainz 05:
Kryeziu (13 Paraden, davon 1 Siebenmeter), Fahnenbruck – Burgard (7/2), Kern (5), Feiniler (4), Kühlborn (4), Mattig (4), Rhein (3), Weidle (2), Grawe (1), Bartasevičiūtė (1), Schulze, Thoß.

Siebenmeter: Mainz 2/2 – Kirchhof 3/5
Zeitstrafen: Mainz 1 – Kirchhof 1
Zuschauer: 330
Schiedsrichter: Maximilian Engeln / Felix Schmitz