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  • 2. Spieltag 2. Alsco HBF - 1. FSV Mainz 05 vs. HC Rödertal - Spielbericht

News [Handball] 07.09.2026 - 13:30 Uhr

Mutig, schnell, konsequent: Dynamites bezwingen die Rödertalbienen

Gelungene Heimpremiere für die Meenzer Dynamites: Mit viel Tempo, einer variablen Defensive und einer starken Reaktion auf schwierigere Spielphasen hat das Team von Cheftrainer Jörg Schulze den HC Rödertal mit 33:29 (18:13) bezwungen. Gegen den körperlich überlegenen und großgewachsenen Rückraum der Rödertalbienen hielten die jungen 05erinnen mutig dagegen, drehten einen frühen Rückstand noch vor der Pause und verteidigten ihre Führung in der Schlussphase souverän.

Stolz und Freude nach dem erneuten Erfolg gegen den HC Rödertal (Foto: Detlef Gottwald)

Dabei gehörte die Anfangsphase zunächst den Gästen. Rödertal fand schneller ins Spiel, doch die erste Mainzer Antwort hatte es gleich in sich: Lena Feiniler tauchte ungewohnt auf Rückraum links auf, ging mit einer starken 1:1-Aktion entschlossen in die Nahtstelle und ließ die Rödertaler Defensive zum 1:1 stehen. Nur 30 Sekunden später war Feiniler erneut zur Stelle und glich auch zum 2:2 aus.

Auch körperlich stellte Rödertal die junge Mainzer Mannschaft vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Dem großgewachsenen und wurfgewaltigen Rückraum der Gäste begegneten die Dynamites jedoch mit viel Mut und zunehmender Aggressivität in der Abwehr. Lediglich in den ersten zehn Minuten nahmen die 05erinnen die Rödertaler Werferinnen teilweise noch etwas zu defensiv an. Die Gäste nutzten dies und setzten sich nach gut sieben Minuten auf 2:5 und wenig später auf 4:7 ab. Beim 4:7 nach gut zehn Minuten reagierte Schulze mit seiner ersten Auszeit.

Auszeit und Abwehrumstellung zünden

Die Ansprache und die Umstellung in der Abwehr zeigten Wirkung. Mainz agierte nun deutlich aktiver und zwang Rödertal zunehmend zu schwierigen Abschlüssen. Mit den Ballgewinnen kam gleichzeitig das Mainzer Tempospiel immer besser ins Rollen.

Besonders sehenswert war dabei mehrfach das Zusammenspiel zwischen Aurora Kryeziu und Alea Mattig. Die Mainzer Torhüterin bestrafte Rödertaler Abschlüsse gleich mehrfach mit der „Höchststrafe“, fing die Würfe und schickte Mattig anschließend mit präzisen Zuckerpässen auf die Reise. Die Außenspielerin verwandelte die Gegenstöße eiskalt.

So drehten die Dynamites die Partie. Nach dem zwischenzeitlichen 6:9 traf Mattig zweimal in Folge, Marleen Kern glich zum 9:9 aus und Christin Kühlborn vollendete den Mainzer Lauf nach 17 Minuten zur ersten Führung beim 10:9. Nun war es Rödertals Trainerbank, die mit einer Auszeit reagieren musste.

Doch Mainz hatte seinen Rhythmus gefunden. Nach dem zwischenzeitlichen 10:10 übernahmen die Dynamites zunehmend die Kontrolle. Anna Weidle, Lena Thoß, Lena Feiniler und Christine Burgard bauten die Führung auf 14:10 aus. Auch in der Schlussphase der ersten Hälfte blieb Mainz konsequent: Helena Rhein und erneut Thoß trafen, Burgard legte nach und die erst 16-jährige Emma Althaus sorgte kurz vor der Pause mit dem 18:12 für den größten Vorsprung. Rödertal verkürzte mit dem letzten Treffer noch auf den 18:13-Halbzeitstand.

Rödertal kommt zurück – Mainz behält die Ruhe

Nach dem Seitenwechsel geriet der Mainzer Spielfluss zunächst etwas ins Stocken. Vor allem das 7:6 funktionierte an diesem Abend zunächst nicht wie gewünscht. Rödertal nutzte die holprige Mainzer Phase und arbeitete sich Tor um Tor heran. Aus dem Fünf-Tore-Pausenvorsprung wurde beim 20:19 in der 39. Minute plötzlich nur noch ein Treffer.

Doch die junge Mainzer Mannschaft ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Lena Feiniler setzte mit dem 21:19 ein wichtiges Zeichen. Anna Weidle erhöhte auf 22:20, dann wurde erneut das Mainzer Tempospiel zur Waffe: Mattig traf innerhalb von nur 31 Sekunden zweimal zum 23:20 und 24:20. Christine Burgard, Feiniler und Weidle bauten die Führung anschließend wieder bis auf 27:22 aus.

Noch einmal versuchten die Rödertalbienen zurückzukommen. Beim 27:23 nahm Schulze knapp zehn Minuten vor Schluss seine zweite Auszeit, wenig später verkürzten die Gäste in Mainzer Unterzahl auf 27:24.

Christine Burgard übernimmt in der entscheidenden Phase

Was anschließend folgte, war eine beeindruckend abgeklärte Antwort. Christine Burgard übernahm Verantwortung, nahm mutig ihre Würfe und traf dreimal hintereinander zum 28:24, 29:24 und 30:24. Innerhalb von gut zwei Minuten hatten die Dynamites damit aus einer wieder enger gewordenen Partie eine Sechs-Tore-Führung gemacht.

Auch Marleen Kern ging in dieser entscheidenden Phase voran und erhöhte auf 31:25. Burgard legte vom Siebenmeter zum 32:26 nach. Zwar gelang es Rödertal in den letzten Minuten noch einmal, auf 32:29 zu verkürzen, ernsthaft in Gefahr geriet der Mainzer Sieg jedoch nicht mehr. 33 Sekunden vor der Sirene war es passenderweise erneut Burgard, die mit ihrem neunten Treffer den Schlusspunkt zum 33:29 setzte.

Aurora Kryeziu überragend – Mattig und Feiniler makellos

Ein entscheidender Unterschied zeigte sich an diesem Abend auch zwischen den Pfosten. Aurora Kryeziu entschärfte 18 Rödertaler Würfe und erreichte eine starke Paradenquote von 40,9 Prozent. Die beiden HCR-Torhüterinnen kamen zusammen auf lediglich acht Paraden bei jeweils 20 Prozent. Damit hielt Kryeziu zehn Bälle mehr als das Rödertaler Duo zusammen.

Doch die Mainzer Torhüterin verhinderte nicht nur Tore. Drei Assists weist die Liveticker-Statistik für Kryeziu aus – passend zu den sehenswerten Zuckerpässen, mit denen sie insbesondere Mattig nach gefangenen Würfen in den Gegenstoß schickte. Und Mattig machte daraus das Maximum: fünf Würfe, fünf Treffer – 100 Prozent. Die gleiche makellose Quote erreichte Lena Feiniler mit ebenfalls 5/5. Marleen Kern verband Torgefahr mit Spielübersicht: Neben ihren fünf Treffern aus acht Versuchen bereitete sie vier weitere Tore vor.

Überhaupt verteilte sich die offensive Verantwortung auf viele Schultern: Neun verschiedene Mainzer Spielerinnen trugen sich in die Torschützenliste ein. Burgard führte die Dynamites mit neun Treffern an, Mattig, Feiniler und Kern erzielten jeweils fünf. Weidle traf dreimal, Althaus und Thoß jeweils zweimal sowie Kühlborn und Rhein jeweils einmal.

Bemerkenswert war dabei, wie selbstverständlich sich die junge Mainzer Mannschaft der körperlichen Präsenz des HC Rödertal entgegenstellte. Schulze wechselte zwischen 6:0, 5:0+1 und 5:1, seine Spielerinnen setzten die unterschiedlichen Formationen zunehmend konsequent um. Statt sich auf einen körperlichen Schlagabtausch mit dem großgewachsenen Rückraum einzulassen, begegneten die Dynamites den Gästen mit Beweglichkeit, Mut und Tempo – und hatten hinter der Abwehr mit Kryeziu einen herausragenden Rückhalt.

Cheftrainer Jörg Schulze zeigte sich entsprechend zufrieden:

„Wir sind mutig aufgetreten und sind über das gesamte Spiel ein sehr hohes Tempo gegangen. Neben dem erneut grossen Rückhalt durch Aurora haben wir unsere drei Abwehrformationen (6:0, 5:0+1, 5:1) hochfokussiert und konsequent gespielt. Wir freuen uns mit unseren Fans über unsere Leistung und fangen am Montag an, uns auf das Spiel in Kirchhof vorzubereiten.“

Statistik: 1. FSV Mainz 05 – HC Rödertal 33:29 (18:13). Zuschauer: 145. Torverteilung Mainz: Burgard 9 (2/3), Mattig 5, Feiniler 5, Kern 5, Weidle 3, Althaus 2, Thoß 2, Kühlborn 1, Rhein 1. Siebenmeter: Mainz 2/3 – Rödertal 3/3. Zeitstrafen: Mainz 1 – Rödertal 2.