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News [Handball] 11.08.2026 - 17:30 Uhr

Starker Auftritt in Melsungen: Meenzer Dynamites holen Platz zwei beim Heinrich-Horn-Turnier

Mit drei Siegen aus vier Spielen und einem starken zweiten Platz haben die Meenzer Dynamites beim 15. Heinrich-Horn-Turnier der SG 09 Kirchhof eine überzeugende Standortbestimmung abgeliefert. Nach Erfolgen gegen den Bergischen HC, den niederländischen Erstligisten Westfriesland SEW und Gastgeber SG 09 Kirchhof zog das Team von Cheftrainer Jörg Schulze als Gruppensieger ins Finale ein. Dort mussten sich die 05erinnen dem HC Rödertal mit 18:23 geschlagen geben.

Das Meenzer Dynamites hinterlassen einen guten Eindruck (Bild: Ralf Bilo)

Bereits am Samstag hatten die Dynamites einen gelungenen Turnierstart hingelegt. Gegen Zweitligakonkurrent Bergischer HC präsentierte sich Mainz insbesondere defensiv stabil. Aurora Kryeziu setzte im Tor mit mehreren starken Paraden Akzente, während Christine Burgard, Helena Rhein, Anna Weidle und Melanie Grawe im Angriff immer wieder wichtige Lösungen fanden.
 
Nachdem der BHC einen Mainzer Drei-Tore-Vorsprung zwischenzeitlich egalisiert hatte, fanden die 05erinnen schnell zurück in die Spur und gingen mit einer 11:8-Führung in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst eng. Als der BHC beim 16:17 nochmals bis auf einen Treffer herankam, reagierten die Dynamites abgeklärt. Gerade in Unterzahl gelangen wichtige Treffer, ehe Ballgewinne und schnelles Umschaltspiel die Entscheidung brachten. Burgard verwandelte nach Ablauf der Spielzeit den letzten Siebenmeter zum verdienten 26:21-Erfolg.
 
Furios gegen niederländischen Erstligisten
 
Noch deutlicher fiel der zweite Auftritt gegen Westfriesland SEW aus. Gegen den niederländischen Erstligisten legten die Dynamites einen nahezu perfekten Start hin. Nach viereinhalb Minuten stand es 5:0, nach knapp elf Minuten bereits 10:1. Aus einer aggressiven Abwehr und starken Paraden von Kryeziu entwickelte Mainz immer wieder hohes Tempo. Anna Weidle, Leonie Udaw, Alea Mattig und Marleen Kern nutzten die Ballgewinne konsequent, während Burgard vom Siebenmeterpunkt sicher blieb.
 
Mit einer deutlichen 15:6-Führung ging es in die Halbzeit. Auch danach nutzte das Mainzer Trainerteam die Gelegenheit, verschiedene Formationen und taktische Varianten zu testen. Unter anderem agierten die 05erinnen mit zwei Kreisläuferinnen. Am Ende stand ein auch in dieser Höhe überzeugender 29:18-Sieg. Für einen besonderen Schlusspunkt sorgte Maja Kühne: Die junge Torhüterin parierte den letzten Wurf von SEW und traf anschließend selbst über das gesamte Feld ins leere gegnerische Tor zum Endstand.
 
Gruppensieg gegen Gastgeber Kirchhof perfekt gemacht
 
Am Sonntag wartete mit Gastgeber SG 09 Kirchhof der nächste Zweitligist. Die Dynamites waren sofort präsent: Melanie Grawe und Marleen Kern sorgten für das schnelle 2:0, Leonie Udaw traf zweimal aus dem Rückraum und Anna Weidle legte sehenswert von Linksaußen nach.  Auch Aurora Kryeziu setzte ihre starken Turnierleistungen fort. Unter anderem durchschaute sie einen Heberversuch von Kirchhofs Juliana Wagner beim Siebenmeter und entschärfte wenig später den nächsten freien Wurf. Lena Feiniler behauptete sich am Kreis trotz doppelter Bewachung, ehe Kern mit einem Rückraumtreffer zum 8:4 die erste Kirchhofer Auszeit erzwang.
 
Besonders sehenswert war anschließend ein weiter Pass von Kryeziu über gleich mehrere Kirchhofer Spielerinnen hinweg, den Alea Mattig zum 9:4 im Gegenstoß vollendete. Christine Burgard und erneut Mattig bauten den Vorsprung weiter aus, sodass Mainz mit einem 12:7 in die Pause ging.
 
Kirchhof kam nach Wiederbeginn besser ins Spiel und verkürzte zwischenzeitlich auf drei Treffer. Burgard übernahm in dieser Phase viel Verantwortung, während Lisa Fahnenbruck im Mainzer Tor einen freien Gegenstoß entschärfte. Zwei Treffer von Helena Rhein sorgten wieder für etwas Luft.
 
Das Trainerteam nutzte auch diese Begegnung, um verschiedene Varianten auszuprobieren. Nicht alles funktionierte auf Anhieb, und der Gastgeber nutzte diese Phase, um beim 19:16 noch einmal heranzukommen. Doch die Dynamites blieben routiniert. Burgard, Lena Thoß in Unterzahl und später Feiniler unter Zeitspieldruck machten den 24:19-Erfolg perfekt.
 
Damit beendete Mainz die Gruppenphase mit drei Siegen auf Platz eins und qualifizierte sich für das Finale.
 
Rödertal setzt sich im Finale durch
 
Dort wartete mit dem HC Rödertal ein weiterer Zweitligist. Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie. Rödertal legte vor, die Dynamites hielten zunächst Schritt. Kern und Burgard verkürzten mehrfach, Kryeziu parierte wichtige Würfe und hielt Mainz in Schlagdistanz.
 
Mit zunehmender Spielzeit gelang es dem HCR jedoch immer besser, seine körperlichen Vorteile auszuspielen. Nach dem 5:4 zog Rödertal zunächst auf 7:4 und später über schnelles Umschaltspiel auf 10:6 davon. Mainz kämpfte weiter, musste aber mit einem 9:13-Rückstand in die Pause.
 
Nach dem Seitenwechsel verkürzte Thoß zunächst auf 10:13, doch Rödertal antwortete sofort. Udaw und Kern hielten die 05erinnen mit ihren Treffern im Spiel, dennoch agierte der HCR in den entscheidenden Situationen sehr routiniert.
 
Auch eine Mainzer 7-gegen-6-Variante brachte nicht den gewünschten Effekt und wurde von Rödertal zweimal mit schnellen Treffern bestraft. Die Dynamites ließen sich dennoch nicht hängen und kämpften bis zum Schluss. Christine Burgard, die ihre Siebenmeter über das gesamte Turnier hinweg sicher verwandelte, setzte schließlich den Schlusspunkt zum 18:23-Endstand.
 
Drei Siege, viele Erkenntnisse und ein starker zweiter Platz
 
Auch wenn es im Finale nicht ganz zum Turniersieg reichte, fällt das Fazit für die Meenzer Dynamites ausgesprochen positiv aus. Drei Siege aus vier Partien, darunter Erfolge gegen zwei Zweitligakonkurrenten und ein deutlicher Sieg gegen einen niederländischen Erstligisten, bedeuteten am Ende einen starken zweiten Platz beim Heinrich-Horn-Turnier.
 
Noch wichtiger als die Ergebnisse waren für das Trainerteam die gewonnenen Erkenntnisse. Trainer Jörg Schulze: „Angesichts der verletzungsbedingten, personellen Einschränkungen haben wir uns sehr gut präsentiert. Wir konnten unterschiedliche Abwehr- und Angriffsvarianten intensiv unter Wettkampfbedingungen testen. Unser Team überzeugte mit einer stabilen Defensive, starken Torhüterleistungen sowie schnellem Umschaltspiel.“
 
Damit hat das Wochenende in Melsungen seinen Zweck als echte Standortbestimmung erfüllt – und gleichzeitig gezeigt, dass die Meenzer Dynamites auf ihrem Weg in Richtung Saisonstart bereits einige wichtige Schritte zurückgelegt haben.