News [Handball] 24.08.2026 - 14:45 Uhr
Dynamites verlangen dem Vizemeister alles ab
Die Meenzer Dynamites haben sich in der 1. Runde des DHB-Pokals mit einer ansehnlichen Leistung aus dem Wettbewerb verabschiedet. Gegen den amtierenden Zweitliga-Vizemeister SG Nürtingen-Zizishausen hielten die 05erinnen die Partie lange offen, kämpften sich auch nach größeren Rückständen immer wieder heran und mussten sich am Ende trotz einer guten Vorstellung geschlagen geben.

Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene und zunehmend temporeiche Begegnung. Beide Mannschaften suchten schnell den Weg nach vorne, sodass die Zuschauer zahlreiche Treffer aus dem Tempospiel zu sehen bekamen.
Auch auf den Rängen stimmte der Rahmen für einen echten Pokalabend: Unter den mehr als 200 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Sporthalle Gymnasium Oberstadt war ein großer Teil der neu gegründeten JSG Mainz 05/TV Nieder-Olm vertreten. Der Nachwuchs machte lautstark auf sich aufmerksam und feuerte die Dynamites über die gesamte Partie hinweg kräftig an. So sorgten die jungen Handballerinnen und Handballer für zusätzliche Unterstützung von den Rängen und eine tolle Atmosphäre beim ersten Pflichtspiel der neuen Saison.
Mitte der ersten Hälfte drohte die Partie allerdings in eine aus Mainzer Sicht unangenehm bekannte Richtung zu kippen. Beim 11:17 hatte sich Nürtingen auf sechs Tore abgesetzt und Erinnerungen an die letzte Begegnung beider Mannschaften in Mainz wurden wach. Doch diesmal ließen sich die Dynamites nicht abschütteln.
Mit viel Tempo und Entschlossenheit kämpften sich die 05erinnen zurück. Helena Rhein, Anna Weidle und Lena Feiniler sorgten mit schnellen Aktionen dafür, dass Mainz den Abstand vor der Halbzeit wieder deutlich verkürzen konnte. Besonders Rhein suchte immer wieder mutig und mit hohem Tempo den Weg zum Tor.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich: Nürtingen legte vor und immer dann, wenn der Anschluss abzureißen drohte, fanden die Mainzerinnen eine Antwort. Der Vizemeister verteidigte zwar insgesamt etwas robuster und stellte die Dynamites insbesondere im Eins-gegen-eins vor Probleme, doch die Mannschaft von Cheftrainer Jörg Schulze versteckte sich zu keinem Zeitpunkt.
Einen besonderen Akzent setzte dabei die nach ihrer Verletzung zurückgekehrte Christin Kühlborn. Die Kapitänin meldete sich direkt mit einem sehenswerten Treffer zum 9:11 zurück und gab dem Mainzer Spiel zusätzliche Stabilität.
Am Kreis arbeitete Lena Feiniler trotz teilweise enger Doppelbewachung gewohnt effektiv. Christine Burgard überzeugte nicht nur als sichere Siebenmeterschützin – sechs Versuche, sechs Treffer –, sondern setzte auch ihre Mitspielerinnen immer wieder gekonnt in Szene. Sehenswert war unter anderem ihr No-Look-Pass auf Feiniler, die in der Schlussphase zum wichtigen 30:33 vollendete. Zuvor hatte Burgard beim Siebenmeter zum 22:24 mit einer frechen Täuschung der Nürtinger Torhüterin ihre Nervenstärke unter Beweis gestellt.
Dynamites bleiben bis zum Schluss dran
In der Schlussphase setzte Mainz verstärkt auf das Spiel mit zwei Kreisläuferinnen und agierte im Sieben-gegen-sechs. Die Umstellung zeigte Wirkung. Noch einmal kamen die Dynamites bis auf 32:34 heran und hatten die Chance, die Begegnung endgültig zum Kippen zu bringen.
„Wir kamen über unser 2-Kreisläuferspiel und 7:6 bis zum 32:34 erneut heran, konnten das Momentum leider nicht auf unsere Seite bringen“, erklärte Schulze.
Nürtingen behielt schließlich die Oberhand, doch die Mainzerinnen konnten trotz des Pokalausscheidens viel Positives aus ihrem ersten Pflichtspiel der neuen Saison mitnehmen. Vor allem das konsequente Tempospiel mit zahlreichen Treffern aus erster und zweiter Welle sowie über die schnelle Mitte machte Mut für die kommenden Aufgaben. Verbesserungspotenzial offenbarte sich dagegen im Eins-gegen-eins-Abwehrverhalten und in einigen Situationen, in denen die gegnerischen Werferinnen zu defensiv angenommen wurden.
Entsprechend positiv fiel das Fazit des Mainzer Cheftrainers aus: „Wir haben uns teuer verkauft und haben Nürtingen sehr viel abverlangt. Leider konnten wir das Momentum in der Schlussphase nicht auf unsere Seite bringen, können jedoch sehr zufrieden mit unserer Leistung gegen den Vizemeister sein.“
Statistik
1. FSV Mainz 05 - SG Nürtingen-Zizishausen
34:38 (15:18)
Tor: Aurora Kryeziu (8 Paraden in HZ 1), Lisa Fahnenbruck (2 Paraden in HZ 2), Maja Kühne
Feld: Christine Burgard (9/6), Helena Rhein (6), Christin Kühlborn (4/1), Lena Feiniler (4), Anna Weidle (3), Alea Mattig (3), Marleen Kern (3), Lena Thoß (1), Rugilė Bartasevičiūtė (1), Melanie Grawe, Emma Althaus